Das Luxad in Berlin

Wie aus einem Fotoprojekt ein Laden wurde

Im Juli 2009 habe ich den Polaroid-Fotokünstler Marcus Vogel und seine Frau Alexandra nach Kapstadt/Südafrika begleitet. Wir haben analoge Spiegelreflexkameras an Mitarbeiter der Luna Design Company verteilt. Luna Designs produziert die Bilderrahmen aus recyceltem Holz, die ich heute in meinem Laden und im Onlineshop verkaufe.

Durch Gespräche mit den Menschen in Kapstadt, die Portraits und die Dokumentation, die ich 2009 fotografiert habe, sind bleibende Eindrücke entstanden. Ich habe erlebt, mit welcher Liebe zum Detail die Bilderrahmen produziert werden, was das Unternehmen für die Menschen in Kapstadt als Arbeitgeber bedeutet und wie die Luna Design Company funktioniert.

Zurück in Berlin haben wir eine Ausstellungsfläche für die Polaroidkunst von Marcus Vogel gesucht. Fast vergeblich: Die meisten Galerien waren für Monate, teilweise Jahre, ausgebucht.

Zum Glück konnten wir die Kunst bei befreundeten Rechtsanwälten ausstellen, rechtzeitig vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010.
Ein Teil der Ausstellung bestand aus den Portraits der Mitarbeiter, die ich fotografiert habe. Die Portraits haben wir in den Holzrahmen präsentiert, die von den Mitarbeitern bei Luna Designs selbst hergestellt wurden.
Die Vernissage im Mai 2010 war großartig.

Im Juli 2010 habe ich dann den Entschluß gefasst einen Laden in Berlin Charlottenburg zu eröffnen. Ich wollte diese Holzrahmen verkaufen und damit die Menschen bei Luna Designs in Südafrika unterstützen. Zugleich könnte ich mein Fotostudio für Portraits einrichten und eine Wand für Fotokunst freihalten.
Der Laden sollte nicht zu teuer sein und auch nicht in der Nähe von Einkaufszonen liegen. Ich persönlich mag die kleinen Läden, in denen es ruhig und gemütlich zugeht. So ein Laden sollte das Luxad werden. Ein Laden, in dem man auch mal einen Kaffee bekommt oder sich einfach mal auf die Bank setzen und ein Fotobuch durchstöbern kann.

Am 30. August 2010 habe ich die Schlüssel für die Mommsenstr. 42 bekommen und "richtig Gas gegeben". Dank fleissiger Hände und meinen Erfahrungen als Projektleiter sind alle Sachen genau zur richtigen Zeit passiert. Mein Tresen wurde nach meinen Zeichungen gefertigt und wurde unlackiert geliefert - just nachdem wir mit dem Streichen der Decke fertig waren. Das Lichtkonzept hatte ich anhand der Grundrisszeichnungen berechnet und bestellt, nur das Anbringen an der Strohdecke hat uns ein paar Tage zurück geworfen.
Am Eröffnungstag kamen noch die Foliendrucke für den Leuchtkasten und meine Tresenverkleidung, die Fußmatte und der Schirmständer. Viele Kleinigkeiten - regelrecht von "Null auf Hundert" - und alles innerhalb von 2,5 Wochen.

Eröffnung mit erster Vernissage am 17. September 2010. Ich denke heute noch zurück an die 17/18 Tage Vollgas und an das Treffen mit Sandy Bellmann, die ihre Werke auf einem Karton auf dem Fußboden eingerahmt hat. Und weil ich noch etwas Schleifen wollte, haben wir ihre gerahmten Fotos mit Folie abdecken müssen.
Auf den Fotos von dem Abend sieht man, wie geschafft ich war. So habe ich das Wochenende nach der Eröffnung nahezu durchgeschlafen und erst am Montag, den 20. September 2010 den Laden mit ersten Umsätzen aufgemacht.

Fotograf Andreas David

Unglaublich schnell ging das erste Jahr vorbei. Ich habe viel erlebt und für mich und das Luxad herausgefunden. Vor allem, dass so ein kleiner Laden, fern ab Einkaufszonen, auf jede Unterstützung angewiesen ist.
Nicht nur das Einkaufen bringt das Luxad weiter, sondern auch ganz einfache Sachen, wie die Empfehlung an Freunde oder ein Kommentar in diversen Medien. Jede Art Unterstützung hilft!




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